Unterabschnitte
In der Baubranche ist es schwierig eine genaue Entwicklungsstufe im Hinblick
auf den Stand der IT zu definieren, da einerseits die unterschiedlichen Unternehmensgrößen,
angefangen vom kleinen Ingenieurbüro bis hin zum Baukonzern,
mit über Deutschland verteilten und untereinander vernetzten IT-Systemen,
andererseits die Innovationsfreude der Unternehmen, im Bezug auf den IT-Einsatz,
sehr unterschiedlich sind. Deshalb seien hier nur einzelne, modellhafte Typen
herausgegriffen und die spezifischen Sicherheitsanforderungen beispielhaft
definiert.
Kleine Architektur- und Ingenieurbüros, Baufirmen und Bauhandwerker
Da Ingenieurbüros oder auch kleine Baufirmen oder Handwerker meist weder
über das notwenige Knowhow im IT-Bereich, noch über komplexe Systeme verfügen,
sind hier vorallem die wichtigsten operativen Punkte für eine effektive Sicherheitsarbeit
in diesem IT-Umfeld genannt. Die Umsetzung sollte entweder intern oder, wenn
das entsprechende Knowhow nicht vorhanden ist oder vorgehalten werden soll,
mit externen Partnern erfolgen. Die Initiative muß dabei immer von der verantwortlichen
Führung ausgehen, um auch bei allen Mitarbeitern die notwendige Akzeptanz
zu erzeugen. Zur Planung von Maßnahmen, der Schulung oder der Überwachung
der Ausführung durch Externe kann auch auf die Unterstützung von Dienstleistern,
wie etwa Unternehmensberatungen oder den IT-Spezialisten des TÜV zugegriffen
werden.
Hauptrisiken für Ingenieur- und Architekturbüros ergeben sich im IT-Bereich
vorallem aus:
- Erfüllung rechtlicher Auflagen im Bereich der Ausschreibung/Vergabe und
rechtl. Anerkennung elektr. Datenkommunikation
- Erhalt der Verfügbarkeit von Daten und Systemen der Leistungserbringung
- Sichere Nutzung von Diensten der Information und der Datenkommunikation,
vorallem mit externen Projektpartnern
Hieraus ergeben sich folgende Maßnahmen für die Sicherheitsarbeit:
Information und Schulung im sachgerechten und sicheren Umgang mit den im Einsatz
befindlichen IT-Systemen
Alle Mitarbeiter sollten für die Systeme, die sie im Arbeitsalltag bedienen,
entsprechend den Anforderungen ausgebildet sein. Dies darf aber nicht nur
die rein funktionale Seite der Anwendungssoftware betreffen, sondern muß auch
die sichere Anwendung beinhalten. Schwerpunkte sollten hierbei die Nutzung
der Informations- und Kommunikationssoftware, wie Browser und Mailclient,
aber auch die Erkennung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und der Einsatz
von Sicherheitssoftware, wie Verschlüsselung und digitale Signatur sein. Mitarbeiter,
die mit besonders sensiblen Daten, wie Angeboten, Kalkulationen, Finanz- oder
Personaldaten arbeiten, müssen neben den technischen auch über die rechtlichen
Aspekte Ihrer Arbeit aufgeklärt werden, wie Datenschutz, Signaturgesetz und
Risikomanagement.
Einsatz eines dedizierten Serversystems mit Backupmöglichkeit und unterbrechungsfreier
Stromversorgung
Um die während der Arbeitszeit enstandenen Daten beim Ausfall eines Systems
(Festplattencrash) nicht zu verlieren, müssen regelmäßig Backups der Daten
erstellt werden. Da der Backupvorgang in verteilten Umgebungen (Netzwerke)
sehr schwierig ist, und bei mehreren Bearbeitern eines Dokumentes zu Redundanzen
und Inkonsistenzen führt, sollen alle Mitarbeiter verpflichtet werden, ihre
Daten auf einem Serversystem abzulegen. Die Daten dieses Servers können nun,
mittels einer Backupsoftware, gesichert werden. Für große Datenmengen (ab
1 GB) empfiehlt sich der Einsatz eines Tapelaufwerks, darunter kann auch mit
CD- oder DVD-Brennern gearbeitet werden. Backups sollten
täglich in den Abend- oder Nachtstunden, am Wochenende Sonntags erstellt werden,
um den regulären Betrieb des Servers während der Geschäftszeiten nicht zu
beeinträchtigen. An Wochentagen können sogenannte inkrementelle Backups angefertigt
werden. Diese enthalten nur die Daten, die seit dem letzten Backup verändert
wurden. Das Wochendbackup sollte über den gesamten Datenbestand erfolgen.
Datenträger dürfen nicht in unmittelbarer Umgebung des Servers gelagert werden,
sondern sollten, wenn möglich, sogar in einem anderen Gebäude aufbewahrt werden.
Für sehr wichtige Daten bietet sich die regelmäßige Hinterlegung in einem
Bankschließfach an. Um dem Risiko eines Datenverlustes bei Stromausfällen
entgegen zu wirken, sollte der Server über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung
(USV) verfügen, die im Falle eines Stromausfalls ein Sichern der Daten und
Herunterfahren des Systems erlaubt.
Konfiguration der Benutzerkonten und Einstellung der Zugriffsberechtigungen
auf Daten des Dateisystems
Jeder Benutzer sollte über ein eigenes Benutzerkonto verfügen. Dies beinhaltet
einen eigenen Benutzernamen, ein Kennwort für den Zugriffsschutz und die Authentifizierung,
einen dedizierten Speicherbereich auf dem Server, der gegen den Zugriff anderer
geschützt ist und einen eigenen Email-Account. Für den Austausch von Dokumenten
sollten sogenannte Austauschverzeichnisse angelegt werden,
auf die jeder Mitarbeiter zugreifen kann. Werden Projekte in Gruppen bearbeitet
oder bestimmte Bereiche von mehreren Mitarbeitern aber nicht allen erreichbar
sein (Buchhaltung, Kalkulation) so müssen Abteilungs- oder Projektverzeichnisse
angelegt werden und die Zugriffsberechtigten Benutzer definiert werden.
Einsatz sicherer Betriebssysteme wie Windows NT/2000 oder Unix-Systemen
Häufig befinden sich auch in geschäftlichen IT-Umgebungen noch Systeme mit
Windows 95 oder 98 Betriebssystemen. Diese Systeme gelten im Einsatz in Netzwerken,
insbesondere mit Internetanbindung, als extrem unsicher. Da ein Gesamtsystem
nur so sicher ist, wie die schwächste Einheit und die Sicherheit von Windows
95 und 98 Systemen nur mit extremem Aufwand möglich ist, sollten sie nicht
zum Einsatz kommen. Als verhältnismäßig sichere Systeme haben sich Windows
NT/2000 und Unixsysteme, wie Linux, FreeBSD,
Solaris oder HP-UX, erwiesen. Für die Auswahl eines Systems ist, neben der
Verfügbarkeit der einzusetzenden Software, vorallem das Knowhow des verantwortlichen
Administrators (intern wie extern) entscheidend.
Schutz des Systems gegen unbefugten Zugriff aus dem Internet durch Firewalls
Jedes System das mit dem Internet verbunden ist, ist einer erhöhten Gefährdung
ausgesetzt. Um diese Gefährdung auf ein Minimum zu reduzieren, ohne die Vorteile
einer offenen Kommunikation zu verlieren, sollte jedes noch so kleine System,
das an das Internet angebunden wird, über eine Firewall verfügen. Diese Systeme
gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Für einzelne Rechner mit Internetanbindung
gibt es eigene Software, die eine Firewall darstellt und auf dem Rechner installiert
werden muß. Bei kleineren Netzwerken, kann die Firewall direkt in die zentrale
Kommunikationseinheit, die die Verbindung mit dem Internet herstellt integriert
sein. Entsprechende Angebote sind im Fachhandel erhältlich. Wenn das notwendige
Knowhow vorhanden ist, kann auch auf Lösungen, basierend auf freier Software,
zurückgegriffen werden.
Einführung eines gesetzeskonformen Verschlüsselungs- und Signatursystems
Um den rechtlichen Anforderungen der VOB und des BGB in
Bezug auf rechtskräftige elektronische Dokumente und Willenserklärungen zu
genügen, sollten mindestens für zeichnungsbefugte Mitarbeiter und Verantwortliche,
Systeme zur Erstellung solcher beschafft werden. Um weitergehende Sicherheitsarbeit
zu betreiben, z.B zur Verschlüsselung relevanter Daten innerhalb der Unternehmung,
kann das System auf alle Mitarbeiter ausgeweitet werden. Alternativ kann auch
parallel hierzu intern ein eigenes System eingeführt werden (vgl. PGP4.3). Parallel zur
Einführung müssen die Prozesse in der Firma überarbeitet und definiert werden,
welche Daten rechtliche Relevanz besitzen, z.B. Verträge, Angebote und Protokolle,
bzw. welche Daten verschlüsselt gespeichert oder übermittelt werden sollen,
z.B Personal- oder Finanzdaten. Für ein eigenes Schlüsselmanagement
ist zu sorgen, um zu gewährleisten, daß auch nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern
oder einem Austausch der Schlüssel, verschlüsselte Dokumente noch lesbar sind.
Abschluss von Service-, Wartungs- und Austauschverträgen
Um beim Ausfall von wichtigen Komponenten, wie Serverhard- und software,
einen schnellen Wiederanlauf der Systeme zu ermöglichen, müssen für fremdadministrierte
Systeme Verfügbarkeitsgarantien bzw. bei Hardwarekomponenten die Lieferzeiten
für den Ersatz vertraglich bestimmt sein.
In allen Verträgen mit Servicefirmen und Lieferanten im IT-Umfeld sollten
Passi über die Einhaltung von allgemeingültigen Sicherheitsstandards
enthalten sein. Gerade Service-Unternehmen sollten über das sonst übliche
Maß hinaus auf ihre Kompetenz im Einsatz der vorhandenen Komponenten überprüft
werden, da eine kompetente Administration Grundvoraussetzung für den Grundschutz
eines Systems ist.
Regelmäßige Aktualisierung der sicherheitsrelevanten Software und Einsatz
von Antivirensoftware
Software unterliegt einem ständigen Wandel und es werden von Sicherheitsexperten
und Computerkriminiellen stets Sicherheitslücken entdeckt,
für die dann Gegenmaßnahmen entwickelt werden bzw. die geschlossen werden.
Die Veröffentlichung findet in Form von Bugfixes oder Patches
statt, die nachinstalliert werden müssen. Das Einspielen dieser Ergänzungen
und Verbesserungen sollte regelmäßig für Betriebssysteme, Serversoftware,
Browser und Mailclients erfolgen. Als Zeitraum für die Recherche beim Hersteller
empfiehlt sich ein wöchentlicher bis zweiwöchentlicher Turnus.
Um bei der Datenkommunikation oder dem Austausch von Datenträgern kein unnötiges
Risiko einzugehen, ist der Einsatz von Antivirensoftware unerlässlich. Eingesetzte
Software sollte dabei ein- und ausgehende Mails, Wechseldatenträger, wie Disketten,
und in regelmäßigen Abständen auch den gesamten Datenbestand der Festplatte
überprüfen. Die Software muß in regelmäßigen Abständen (wöchentlich) aktualisiert
werden, was durch kleine Zusatzpakete, die kostenlos aus dem Internet geholt
werden können erfolgt. Tritt ein Fall eines neuen gefährlichen Virus
auf, sollten innerhalb kürzester Zeit die notwendigen Aktualisierungen eingespielt
werden. Wichtig ist, daß die Antivirensoftware auf allen
eingesetzten Systemen aktiv ist und auch auf den Servern installiert wird.
Regelung von sicheren Datenformaten im Datenaustausch
Der Datenaustausch stellt in zweierlei Hinsicht ein Risiko dar. Entweder
können empfangene Daten nicht gelesen oder weiterverarbeitet werden, da die
notwendige Spezialsoftware nicht zur Verfügung steht oder der Sender bereits
mit einem neueren Format arbeitet (z.B. Austausch von Worddokumenten oder
CAD4.4-Plänen in nicht standardisierten
Formaten). Ein noch größeres Risiko stellt die Verbreitung von Viren
über solche Formate dar. Sehr gefährlich sind in dieser Beziehung Word- und
Exceldokumente, aktive Programme (Endung .exe) oder Emails im html Format,
die die Einbettung aktiver Inhalte ermöglichen. Um diesen Fehlerquellen entgegen
zu wirken, müssen mit Kommunikationspartnern die austauschbaren Formate definiert
werden. Für Emails empfiehlt sich hier das reine "Text Format", um aktive
Inhalte zu vermeiden. Textdokumente können im "rtf Format" ausgetauscht
werden, für CAD-Daten hat sich mittlerweile das "dxf/dwg Format" als Standard
etabliert. Empfangene Daten müssen immer sofort auf Viren untersucht werden.
Hierfür sollte die aktuellste Version einer Antivirensoftware
verwendet werden, da die Weiterentwicklung und Verbreitung von Viren sehr
schnell voranschreitet.
Mittelständische Bauunternehmen und Baukonzerne
Die Anforderungen an die Sicherheitsarbeit in einer Baufirma oder einem
Baukonzern sind wesentlich vielschichtiger und sollten bereits auf strategischer
Ebene beginnen. Im Hinblick auf die operative Sicherheitsarbeit können die
Vorschläge und Anregungen aus Abschnitt 4.4
als Grundlage dienen. Um aber der höheren Komplexität von IT-Systemen im Mittelstand
und Konzernbereich gerecht zu werden, wird hier mehr auf die strategischen
Erfordernisse einer Baufirma eingegangen.
Mittelständische Bauunternehmen und Baukonzerne verfügen meist über eine
eigene IT-Abteilung und weitausgebaute und überregional vernetze Systeme,
Niederlassungen sind über eine größere Region oder ganz Deutschland verstreut.
Bauleitungsbüros, z.B. bei Großprojekten, verfügen über eine eigene IT-Infrastruktur.
Aus dieser Situation heraus sollte im Vordergrund der Sicherheitsarbeit eine
standortübergreifende Sicherheitsarbeit stehen. Neben dem
IT-Verantwortlichen muß durch die Firmenleitung ein IT-Sicherheitsverantwortlicher
benannt werden (vgl.: Abb.4.1).
Dieser kann sich in der Person, auf Grund der Ähnlichkeit der Aufgaben, auch
mit dem Qualitätsmanager oder dem Verantwortlichen für Risikomanagement überschneiden.
Dieser ist der Firmenleitung verantwortlich und hat Entscheidungsvorlagen
vorzubereiten sowie die Sicherheitsarbeit zu koordinieren.
Abbildung 4.1: Sicherheits- und
Notfallorganisation von Baufirmen
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An jedem Standort sollte ein Sicherheitsbeauftragter verfügbar
sein, der notwendige Maßnahmen plant und die Umsetzung und Einhaltung überprüft.
Zentral muß ein eigenes Sicherheitsteam die Standards für
die Gewährleistung der Sicherheit des Gesamtsystems, unter Berücksichtigung
der Anforderungen der Niederlassungen, Zweigstellen und Mitarbeiter, erstellen
und deren Umsetzung durch die regionalen Beauftragten überprüfen (vgl.: Abb.4.1).
Grundlage für die Sicherheitsarbeit kann hierbei das BSI
Grundschutzhandbuch und die ISO 17799
sein.
Es empfiehlt sich die Gründung eines Firmen eigenen CERT4.5 das sich aus den Mitarbeitern
der IT-Abteilungen und den Sicherheitsbeauftragten und Systemadministratoren
der einzelnen Zweigstellen zusammensetzt. Aufgabe eines CERT's ist die koordinierte
Planung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und die Durchführung von Notfallmaßnahmen
sowie deren Koordinierung innerhalb einer komplexen Organisation. Hierzu gehören
definierte Eskalationsstufen, fallspezifische Notfallpläne,
Wiederanlaufpläne für Systeme und eine Sammlung aller relevanten Informationen
über und um die im Einsatz befindlichen Systeme. Diese werden am besten in
einem Notfallhandbuch konzentriert, das allen Sicherheitsmitarbeitern
und auszugsweise, soweit sie betroffen sind, auch allen anderen Mitarbeitern
zur Verfügung steht.
Alle Maßnahmen zur Erhaltung der Sicherheit und der sicheren Bedienung der
IT-Systeme können, ähnlich einem Qualitäts-Handbuch, in einem Sicherheitshandbuch
festgeschrieben werde. Hierfür sollten zwei Varianten existieren:
- Handbuch für Systemanwender
- Handbuch für Systemadministratoren und Verantwortliche
Hier sollten alle Prozesse definiert werden, die zur sicheren Handhabung der
Systeme notwendig sind. Wichtig ist dabei die Integration in die tägliche Arbeitswelt
der Mitarbeiter. Es soll vermieden werden, daß Mitarbeiter diese Maßnahmen als
eine Erhöhung ihrer Arbeitsbelastung verstehen. Vielmehr muß es für sie ein
normaler Schritt in der Durchführung ihrer Arbeitsgänge werden
Abbildung 4.2: Backup und Datenhaltung
auf Baustellen und in Firmen entweder lokal (Baustelle 2) oder in einem
SAN (Baustelle 1 und Firmenzentrale)
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Die Aufrechterhaltung wichtiger IT-Systeme ist eines der Hauptziele der
Sicherheitsarbeit in größeren Bauunternehmungen. Hierzu zählen betriebswirtschaftliche
Systeme, wie ERP4.6, Buchhaltung oder Lagerwirtschaft,
aber auch Intranet und Mailservices. Den Rechnern, die diese Dienste anbieten,
sollte nicht nur aus Hard- und Software Sicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt
werden, sondern auch baulich. Die Unterbringung der Server erfolgt am besten
in eigenen Räumen. Diese sind mit einer Klimaanlage oder anderen Möglichkeiten
des Warmluftabtransportes zu versehen, um einer Temperaturüberlastung der
Systeme vorzubeugen. Neben einer USV4.7 muß auch der Zugangs- und Brandschutz
beachtet werden. Eine Möglichkeit die Verfügbarkeit der
Systeme zu erhöhen bietet der Standbybetrieb eines zweiten Servers, der bei
Ausfall oder Wartung des Hauptsystems dessen Dienste übernimmt. In diesem
Zusammenhang ist auch der Einsatz von Storage Area Networks
(SAN) zu sehen, die als Speicherserver den datenverarbeitenden Servern ihre
Speichersysteme zugänglich machen und somit das Umschalten zwischen zwei Systemen
erleichtern.
Backupsysteme sollten in der Lage sein, auch im laufenden
Betrieb Kopien der aktuellen Daten zu erstellen, da, wie im Falle von kleineren
Systemen, tägliche Sicherungskopien ein zu hohes Risiko bergen und schlimmsten
Falls der Verlust der Daten eines Arbeitstages einen zu großen Schaden darstellen
würde. Auch hier können SANs unterstützen, da ihre Medien unabhängige Verwaltung
und hohe Performanz zusätzliche Sicherheit garantieren. Die Speicherung von
Daten in einem SAN bleibt dem Benutzer verborgen und ist somit komfortabel
und transparent (vgl.: Abb.4.2).
Um, neben der Sicherheit der Daten, auch die Rechtskonformität zu erfüllen,
muß eine eigene organisatorische Infrastruktur zur Verschlüsselung
und digitalen Signatur eingeführt werden. Es sollte klar
definiert sein, welche Dokumente zu verschlüsseln oder zu signieren sind,
bzw. wer über die notwendigen Mittel verfügen soll. Für die technische Umsetzung
gibt es zwei Möglichkeiten:
- Nutzung der technischen Infrastruktur eines externen Dienstleisters
- Aufbau einer eigenen technischen Infrastruktur
Auf jeden Fall muß immer darauf geachtet werden, daß die Vorgaben des Signaturgesetzes
eingehalten werden. Da die zweite Möglichkeit sehr aufwändig ist, empfiehlt
sie sich nur für sehr große Firmen. Auch in der digitalen Kommunikation mit
Partnerfirmen oder Subunternehmern sollte darauf geachtet werden, daß diese
über die notwendigen Mittel verfügen, mit Signaturen und Verschlüsselung zu
arbeiten.
Abbildung: Anbindung dezentraler
Einrichtungen an die Firmenzentrale über eine VPN-Verbindung
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Eines der Hauptprobleme ist die Denzentralität der einzelnen Einrichtungen
(Hauptniederlassung, Niederlassungen und Bauleitung)
einer Baufirma und im Gegensatz dazu, die Notwendigkeit
des Zugriffs aller auf einen gemeinsamen, meist zentralen, Datenbestand. Die
feste oder temporäre Verbindung dieser Einrichtungen wird in Zukunft aus finanziellen
Gründen immer öfter über das Internet erfolgen, bei Baustellenbüros
über ISDN oder DSL, bei Niederlassungen evtl. auch über Standleitungen zu
einem ISP4.8. Da die Übertragung der Daten
dann über ein öffentliches und bekanntlicher Maßen nicht sicheres Netz erfolgt,
sollte die Verbindung nur über ein sogenanntes VPN4.9 (vgl.: Abb4.3)
erfolgen und eine sichere Authentifizierung z.B. über ein Name-Passwort-System
stattfinden sowie der Kreis der berechtigten Personen auf ein Minimum eingeschränkt
werden. Damit ist gewährleistet, daß die Daten verschlüsselt zwischen den
Systemen ausgetauscht werden und der Zugriff auf die Daten nur einem ausgewählten
und bekannten Nutzerkreis möglich ist. Remote Access Dienste für Mitarbeiter
im Außendienst sollten auch sehr restriktiv gehandhabt werden, vorallem aber
müssen die betroffenen Mitarbeiter im sicheren Umgang mit ihren mobilen Systemen
geschult und sich der Gefahren bewußt sein.
Gerade Baustellenbüros stellen eine besondere Herausforderung
dar, da sie als stärker gefährdet einzustufen sind als ständige Einrichtungen
(vgl. Abschnitt 3.2.1). Hauptaspekt
stellt der leichte Zugang zu den Systemen dar (Einbruch,
Diebstahl in Baucontainern). Serversysteme auf größeren
Baustellen sollten deshalb auch aus Gründen des Schutzes vor Umwelteinflüssen
(Staub) in gesondert abgeschirmten Räumen aufgestellt und je nach Bedarf mit
Klimaanlagen und Notstromversorgung versehen werden. Für Arbeitsplatzsysteme
bieten sich mobile Systeme an, die nach Arbeitsende entweder an einem sicheren
Ort aufbewahrt werden können oder vom Mitarbeiter mitgenommen werden.
Findet auf der Baustelle eine dezentrale Datenhaltung, z.B. auf eigenen
Servern oder den Mitarbeiter-PCs statt, ist auch hier für die Erstellung von
regelmäßigen Backups zu sorgen. Alternativ kann die Datenhaltung
auf den Firmenserver in der Zentrale oder zu einem Datenhoster im Internet
ausgelagert werden, die dann auch für die Sicherung der Daten verantwortlich
sind.
Jede Firma sollte über ein Entscheidungs- und Organisationssystem verfügen,
um diese Probleme von Fall zu Fall schnell klären und anschließend standardisiert
umsetzen zu können.
Fußnoten
- ... PGP4.3
- Pretty Good Privacy
- ... CAD4.4
- Computer Aided Design
- ...CERT4.5
- Computer Emergency and Response Team
- ... ERP4.6
- Enterprise Ressource Planning
- ... USV4.7
- Unterbrechungsfreie Stromversorgung
- ... ISP4.8
- Internet Service Provider z.B. T-Online
- ... VPN4.9
- Virtual Private Network
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